Dialog im Dunkeln

Mann was war ich für ein Granatenarschloch!

Bist du erschrocken?

Im ersten Moment ja.

Jetzt nicht mehr?

Nun, es hat sich gelegt. Ich sehe, dass es um den geht, den ich beobachte. Mein Leben lang dachte ich, das bin ich. Das hat es mir auch so schwer gemacht. Ich hatte Angst mir genau anzusehen, wo „meine Fehler“ liegen.

Bei „Anderen“ viel es dir nicht so schwer?

Nein, da ich mich mit denen nicht identifiziert habe, tat es mir auch nicht weh.

Bei deiner Figur ist das anders, richtig?

Ja, weshalb ich es mir auch nicht angesehen habe. Und selbst jetzt, wo ich einen gewissen Abstand dazu habe, wenn ich mir „meine eigenen Fehler“ ansehe, dann zerreißt es mich für einen kurzen Moment innerlich.

Mach mal ein Beispiel.

Ich bin sehr sensibel. Ich komme nicht gut damit zurecht, wenn ich schlecht behandelt werde. Ich bin schnell gekränkt.

Gerade im Beruf. Scheinbar bietet man nicht nur seine Arbeitskraft an. Es sieht so aus, als müsse man sich auf der Arbeit so einiges gefallen lassen.

Ich konnte damit noch nie umgehen, schon in der Schule nicht. Die einzige Lösung welche mir einfiel war einfach nicht hin gehen.

Schließlich habe ich das durchgezogen. Gehe ich nicht hin, dann tut mir auch keiner was.

Und weiter?

Ich kam darauf, als ich darüber nachdachte ohne Geld zu leben.
Wenn ich Geld habe, dann brauche ich niemanden um etwas bitten, ich kann mir selbst aussuchen was ich kaufen möchte. Es wäre keine Bitte, sondern mein Recht etwas zu bekommen.

Genau da viel mir ein, dass die Arbeitgeber durch das Geld ja auch denken sie hätten irgendein Recht. Also ich denke, dass die das denken.

Ist schon klar…

Dann sind die wie ich. Sogar wenn ich mich da hinein versetzen würde. Wenn ich eine Firma aufbauen würde, und einer schießt da quer, dann müsste der über kurz oder lang gehen.

Die bittere Erkenntnis ist die, dass die, die mir weh taten, nur mich selbst spiegelten. Ich bin also das Arschloch.

Und das tut dir weh?

Natürlich, aber nur eine kurze Zeit, denn ich weiß ja inzwischen, dass ich da nichts für kann. Außerdem bin ich zuversichtlich dass sich das auflöst, sobald ich das durchschaut habe.

Und auf einmal geht das bei mir Schlag auf Schlag. Ich bin jetzt bereit mir das anzusehen. Als Symbol bekam ich gerade eine neue Brille. Ich könnte dir da eine ganze Reihe Erkenntnisse nennen, die mir gerade zufallen. Alles geht jetzt sehr schnell.

Das einzige Arschloch in meiner Welt bin ich selbst.

Wie geht es dir damit?

Es ist nicht so schlimm, wie ich angenommen hätte. Der erste Schritt um eine neue Welt zu schaffen ist getan. Ich weiß jetzt, dass es weiter geht. Den Kopf in den Sand zu stecken bewegt gar nichts. Jetzt bewegt sich was…