Neugieriges Hinter(fragen) eines Gotteskindes Teil 5

Spiegelbilder 

Ich beobachte immer mehr, dass sich zwei Seiten die sich angeblich wiedersprechen das Gleiche sein können. Wenn ich weine, kann das aus Freude oder Schmerz sein.

Wenn ich mich verliebt habe, habe ich die gleichen gefühlten Symthome wie bei Liebeskummer. Wenn ich Hunger habe, fühle ich mich genauso scheiße als wenn ich überfressen bin. Wenn mir zu heiß ist, ist das nicht besser als wenn mir zu kalt ist. Aber all das sind totale Gegensätze. Wie kann ich also bei Gegensätzlichem das gleiche fühlen?

Jetzt setze ich mich in die Mitte dieser Gegensätzlichkeiten. Ich schaue nach links und nach rechts. Für was kann ich mich denn da eigentlich noch entscheiden das ich will? Da ist kein Unterschied mehr. Ist das eine die gespiegelte andere Seite? 

Wenn ich mir jetzt aussuchen müsste ob ich lieber den linken oder rechten Arm habe. Oder mir mein Bein lieber ist als meine Hände usw….

Wenn ich alles wie einen Körper um mich herum denke, und ich der Mittelpunkt davon bin, dann ist jedes Glied Gleich(ge)wichtig!

An was liegt es also, wenn ich behaupte mir ist jetzt kalt und es wäre besser wenn mir jetzt warm wäre. Wenn mir warm ist, dann möchte ich lieber das es mal kühler wird. Wenn ich hunger habe möchte ich satt sein. Bin ich dann satt möchte ich wieder Hunger haben weil ich gerne essen möchte.

Also gefällt mir doch alles und doch auch wieder nichts davon. Das widerspricht sich erstmal. Aber es ist genau das was abläuft.Ich mag nichts um dann doch wieder alles zu mögen?

Ich bin Nichts und damit auch Alles?

Ich bin unsichtbar und doch sichtbar?

Ich bin still und doch auch laut?

Ich sehe und bin auch blind?

Ich bin hell und auch dunkel?

Als Alles bin ich alles. Aber um alles zu sein darf ich nichts besonders sein (wollen). Denn wenn ich nur der Apfel sein will bin ich schon nicht mehr die Birne? Obwohl ich beides sein kann wenn ich nichts davon bin? Das widerspricht sich. Ist genau das was ich neu erfahre? Das alles was sich widerspricht auf einer höheren Ebene Eines ist und daraus was neues entstehen kann?

Bei einem Kind sagt man auch, dass es Vater und Mutter in sich trägt und doch keines von beiden ist. Wie kann was Vater und Mutter sein, und trotzdem etwas anderes?

Wenn ich mal als Metapher meinen fleischlichen Körper nehme, dann bin ich nicht das Bein, aber doch habe ich ein Bein. Ich bin nicht der Arm, aber ich habe einen Arm. Ich bin nicht der Kopf, aber ich habe einen Kopf. Denn wenn ich behaupten würde, ich bin das Bein, dann wäre ich ja der Rest davon nicht.

Ich könnte also sagen, dass ich der Körper bin. Und zu diesem Körper gehört das alles dazu.

Aber WER schaut sich jetzt diesen Körper an? Wer denkt diesen Körper? Kann der, der Materie sieht auch die Materie sein? Kann die Materie das Nichtmaterielle sehen? Wie soll das gehen?

Kann das gemalte Bild den Maler sehen? Kann der Maler sein gemaltes Bild sehen? Ist die Welt mein gemaltes Bild und nicht das Bild der Maler? Wie will ein Bild sich eigentlich selber malen?

So ist das wohl auch mit dem der ICH BIN

Ich sehe mich als das was „ICH in Wirklichkeit“ nicht bin . Aber ich kann meine Gedankenwellen sehen. Der Unsichtbare braucht das Sichtbare. Das Sichtbare könnte ohne dem Unsichtbaren nicht sein. Eine Polarität. Das Eine bedingt das Andere.

Jetzt frage ich mich aber schon, wer denn dann der Maler ist der das Bild malt?

Ist der Maler Gott? Wenn ja, dann kann er eigentlich nicht mehr Gott sein. Denn vielleicht ist das dann so, als wenn der Apfel nicht auch Birne sein kann? Ich habe mir ja gerade selbst erzählt, dass das „besondere“ nicht mehr ALLES sein kann.

Wenn ich sage Gott ist der Maler, ist er als Maler dann nicht mehr Gott?

Wenn ich aber überlege, dass ein Programm Bilder erzeugen kann, dann ist das Programm nicht Gott. Denn ein Programm ist nicht ewig. Gott schon. Ein Programm kann ich durchschauen Gott nicht (mach dir kein Bild von Gott, und somit von DIR SELBST, denn ICH BIn DU).

Scheiße, ICH ist auch nicht das Programm das meine Bilder entwirft. Und doch sehe ich diese Bilder die durch mein Programm ablaufen. Ist der Film den ich anschauen kann eigentlich auch der Autor oder Ressigeur? Kann ein Film sich selber schreiben und darstellen?

Jetzt habe ich das Gefühl, dass Gott sehr wohl Programme schreiben kann, aber nicht das Programm selbst kann Gott schreiben. Es muss also schon im Programm festgelegt sein das Gott darin vorkommt. Als fiktive, erfundene Person. Aber die Person ist dann selbstverständlich nicht Gott, und auch nicht ICH. Selbst „normal“ betrachtet bin ich niemals eine Romanfigur die ich auf ein Blatt Papier schreibe. Und der Schauspieler nicht die Maske, bzw. die Rolle die er darstellt.  Und während ich hier so sitze und gucke wie die Buchstaben so auf den Monitor springen, ist mir immer klarer, dass ich nicht ausdrücken kann wie es eigentlich wirklich ist. Ich habe das Gefühl, dass ich immer die Gegenseite des Geschriebenen sofort im Hintergrund mitbekomme. Es ist als wenn ich sage es ist hell und sofort höre das es dunkel ist. Ich bin nicht das was ich darstelle und doch bin ich es. Ich bin nicht die Wellen und doch bin ich auch die Wellen wenn ich das Meer bin.

Aber eines ist mir jetzt sicher. ICH SELBST KANN DAS WAS ICH BIN NICHT SEHEN – NÄMLICH DEN GEIST DER ICH IN WIRKLICHKEIT BIN. Ich kann das (geistige) Licht nicht sehen, sondern nur eine Reduzierung dieses einen Lichtes. Spiegelungen, alles Spiegelungen. Symbole, alles Symbole. Eine Sonne auf einem Spiegel oder Leinwand kann nicht wärmen oder Licht erzeugen.  Aber eine fiktive  Person kann von Göttlichem berichten. Mir erzählen wer ICH<ich bin. 

Ich stelle mich vor einen Spiegel und sehe eine Person als Abbild auf einer Spiegelfläche die mir etwas erzählt.   Es ist eigentlich klar,dass dieses Abbild nicht redet sondern ich nur Mundbewegungen sehen kann. Ich würde auch nicht behaupten, dass das Bild mich sieht und hört! Aber ICH höre und sehe dieses Bild und nicht umgekehrt.

Jetzt frage ich mich wer diese Fragen stellt?

Ich dachte bisher, dass Martina sich nach Gott sehnt. Martina ist eine Maske, nur eine Maske. Sie ist auch ein Programm. Kann das Programm oder eine Maske sich nach etwas sehnen?? Sehe ich nur das was ich damit ausdrücken will? Wenn ich ein Gefühl in mir habe und müsste dieses Gefühl in einem Bild ausdrücken, was würde ich malen? Sagen wir mal ich würde einen Schmetterling malen, dann wäre der Schmetterling ein Ausdruck dieses einen Gefühles.  Und ich sage der Schmetterling soll das Gefühl Sehnsucht ausdrücken. Hätte der Schmetterling dann Sehnsucht, oder sehe ich nur mein Gefühl als eigene Bilddarstellung? Nicht der Schmetterling empfindet das Gefühl, der Schmetterling ist mein Gefühl das ich zum Ausdruck bringe 

Schnitt………….