Erkenne dich selbst

Mein lieber kleiner Geistesfunken,

es kann so befreiend sein, zu erfahren, wer du in Wirklichkeit bist. Darum möchte ich dir jetzt etwas mehr davon erzählen.
Beobachte dich selbst, denn wir wollen das zusammen mal etwas näher beleuchten.

Du kennst sicher das Beispiel mit dem Einfaltspinsel. Der Pinsel, der sich selber nicht sehen kann. Wenn der Pinsel sich selber malen möchte, malt er einen Pinsel. Nur ist der Pinsel auf der Leinwand ja nicht er, sondern nur ein Bild auf der Leinwand. Der Pinsel kann sich selbst nicht wahrnehmen. Genau so ist das auch mit dir. Du kannst dich selbst nicht wahrnehmen. Alles was du wahrnimmst, ist schon ein Bild auf deiner Leinwand.

Du nimmst Gedanken wahr. In dir tauchen Gedanken auf. Alles was du wahrnimmst sind deine Gedanken.
Gedanken sind nicht nur Worte, welche du in dir wahrnimmst. Alles, was du wahrnimmst sind Gedanken. Jede Wahrnehmungseinheit, egal ob du deinen Körper siehst, ein Geräusch hörst, oder ich jetzt Worte in dir auslöse. All das sind deine Gedanken.

Lass dir übrigens Zeit beim Lesen, da ich in hoch konzentrierter Form schreibe. Lese genau so langsam, wie du zum Verstehen und zum selbst durchdenken meiner Beispiele brauchst.

Beobachte dich einmal selbst. Ich lasse jetzt einen Gedanken in dir auftauchen.

Leckeres Essen

Beobachte nun, was du erlebst. Meist beginnt alles mit einem Impuls. Dann folgen Gedanken in Form von Stimmen in dir. Ja, du hast richtig gelesen, es sind meist mehrere Stimmen in dir, die sich miteinander unterhalten. Du spielst die verschiedenen Sichtweisen in Gedanken mit mehreren Stimmen durch. Ja, ich hätte heute Lust auf… Denke daran, das hat viele Kalorien… Was du wieder hast… Ja habe ich nicht recht… und so weiter. Du zerbrichst dir den Kopf darüber. Die meiste Zeit in deinem bisherigen Leben hast du dich mit diesen Stimmen verwechselt. Ja, du hast wirklich geglaubt, das wärest du. Stimmt es nicht? ;-)

Gut, ich schlage vor, dass wir dir diesen Unfug jetzt mal ausreden. :-)

Ich will es dir noch einmal sagen: Du bist der, der das alles jetzt wahrnimmt. Deine Versuche an deinen Gedanken irgendetwas zu verändern sind genau so sinnlos, als sähest du dir einen Film im Fernsehen an, und wolltest den Figuren im Film erzählen, wie sie sich zu verhalten hätten.

Kannst du mir soweit folgen?

Gut, dann halten wir das mal fest, du bist der wahrnehmende Geist, der hier und jetzt etwas wahrnimmt. Lass uns nun diese Stimmen in dir etwas näher beleuchten. Sicher hast du schon einmal beobachtet, wie zwischen scheinbar mehreren Stimmen eine Diskussion losbricht. Manchmal empfindest du dich dabei als den Einen, welcher von dem Anderen zurechtgewiesen wird. Es kann aber auch sein, dass du dich als den Anderen erlebst, der den Einen zurechtweist. Oder du bist der, welcher die beiden Streithähne beobachtet. Ja, wer bin ich denn nun wirst du dich vielleicht fragen. Ich will es dir sagen, alle drei und keiner von denen. Da du reines Bewusstsein bist, hängt es davon ab, was sich gerade in deinem Bewusstsein befindet. Du kannst zum Beispiel eine Rolle in einem spannenden Film spielen. Der Film hat dich dann so sehr gefesselt, dass du dir erst am Ende des Filmes darüber klar wirst, dass du doch vor dem Fernseher sitzt. Aber tust du das wirklich? ;-) Oder du spielst ein Computerspiel und bist vollkommen in die Rolle deiner Spielfigur geschlüpft. Dann erlebst du die Computerwelt als real. Du erlebst Freude, wenn du deine Mission erfolgreich gemeistert hast, und ärgerst dich, wenn etwas deine Pläne durchkreuzt.

Was ist also deine Realität?

Dass, was sich in deinem Bewusstsein befindet. Und wenn du mehrere Stimmen in dir beobachtest, dann ist das für dich real. Ich verrate dir jetzt ein Geheimnis. Es kommt nur darauf an, dass du zum Gewinner deines eigenen Gedankenspiels wirst. Mit anderen Worten, du kannst dir denken was du willst, du bist ja auch der, der damit leben muss. ;-)

Über die Qualität deiner Realität entscheidest du übrigens selbst. Du bist der Gott, der mit seinem Richterspruch als letzter entscheidet, ob etwas gut oder nicht gut, schön, oder nicht schön ist. Wie auch immer du deine Welt wahrnimmst, du hast es selbst so entschieden. Um zum Gewinner deines eigenen Gedankenspieles zu werden, solltest du deine Gedanken sehr genau beobachten, und geistreich durchschauen. Du wirst dich immer dann gut fühlen, wenn du dich dazu entscheidest, dass etwas gut ist. Bestimmst du, dass etwas ärgerlich ist, wirst du dich natürlich auch darüber ärgern. Und jetzt wird es interessant. Dein Ego geht jetzt auf die Suche nach dem Schuldigen. Ich kann doch nichts dafür, dass ich mich jetzt ärgere, Schuld hat doch…

Na, kommt dir das bekannt vor?

Du hörst den Stimmen in dir zu. Und noch mehr, du bist mit deiner Aufmerksamkeit diese Stimmen. Und wenn du glaubst, dass du das bist, dann hört das auch nicht auf. Du kannst dich ja nicht selbst weg machen. Ziehst du dich allerdings auf den Beobachter zurück, sieht das schon ganz anders aus. Du bist dann nur der, welcher die Stimmen beobachtet. Diese Stimmen, oder besser gesagt dein Ego gibt vor, dich schützen zu wollen. Dein Ego erzählt dir, warum du dich ärgern sollst. Alle deine Ängste und deine Sorgen redet dir dein Ego ein. Und wie fühlst du dich dabei? Gar nicht gut, richtig? Dann sei der Gott in deiner Welt und entscheide up jetzt selbst. :-) Lass dir nichts mehr erzählen. Sei einfach.

Brauchst du denn überhaupt Sicherheiten? Du hast doch mich. Hast mich schon ganz vergessen. Würdest du mir vertrauen, dann hättest du keine Ängste und Sorgen mehr.

Ich warte schon so lange auf dich mein Kind. Vertraue mir, und ich schenke dir das Himmelreich.

Komm, segel nach Hause zu mir…